Bei uns werden Mobilheime häufig noch mit Wohnwagen gleichgesetzt. In den USA hingegen gelten sie bereits als völlig normale Wohnhäuser und sind sehr beliebt. Doch dank der Tiny House Bewegung und dem Downsizing kommen auch hierzulande immer mehr Familien in die praktischen Mobilheime. Viele werden zunächst eher als Ferienhaus genutzt. Was ein Mobilheim eigentlich genau ist? Hier zeigen wir Ihnen die praktische neue Wohnform für mehr Flexibilität.

Mobilheim – der flexible Partner beim Wohnen

Terrasse am MobilheimLange Bauzeiten? Ewige Warterei auf den Neubau des Ferienhauses? Und wer soll überhaupt die Bauarbeiten überwachen? Gerade bei einem Ferienhaus oder einem Zweitwohnsitz kann der Bauherr naturgemäß nicht immer vor Ort sein. Diese Punkte entfallen mit einem Mobilheim nahezu komplett. Denn komplett ist genau der passende Begriff für das Mobilheim. Bad und Küche sind ebenso komplett und fertig wie die Schlaf- oder Wohnzimmer. Alle Böden sind verlegt, die Gardinen hängen – jedenfalls, wenn Sie das möchten. Was Sie tun müssen? Die Sachen packen und einziehen!

Das Geniale an dieser Taktik ist die Flexibilität. Wenn Sie in einem Jahr beschließen, dass dieser Ort Ihnen und Ihrer Familie nicht mehr zusagt, ziehen Sie um. Dazu beauftragen Sie einfach ein Unternehmen mit dem Abtransport Ihres kompletten Mobilheims. Sie müssen nicht neu tapezieren oder sich mit dem Verkauf des Hauses und dem Neukauf eines anderen Hauses belasten. All diese Verzögerungen und kostenintensiven Aspekte fallen bei einem mobilen Haus weg. Das Leben ändert sich schließlich rasant und schon morgen müssen Sie an einem anderen Ort Ihren Lebensunterhalt verdienen. Dann könnte das Ferienmobilheim einfach umziehen und Ihnen unter der Woche als Wohnung dienen.

Wohnen auf Rädern – nicht mit dem Mobilheim

Ein Mobilheim wird meist vollständig zusammengebaut zu seinem Standort transportiert. Dennoch ist es nicht so sehr mit einem Wohnwagen verwandt, wie man meinen könnte. Das Mobilheim hat seine Räder, wenn es überhaupt welche hat, in den meisten Fällen lediglich zum Rangieren am Aufstellort. Das Mobilheim wird auf einem Lkw an seinen Bestimmungsort gebracht und dort üblicherweise mit einem Kran abgeladen. Der neue Besitzer des Mobilheims muss also nicht selbst mit seinem neuen Heim durch Deutschland rangieren. Es sei denn, Sie möchten und können das. Doch diese Aufgabe werden sicher die wenigsten Besitzer in Angriff nehmen. Das Mobilheim soll schließlich das Leben erleichtern und nicht zusätzlich verkomplizieren.

Anschlüsse und Zuleitungen auf dem Stellplatz

Durch diese Art des Transports ergeben sich aber tolle Möglichkeiten. Ihr neues Mobilheim kann nahezu überall aufgestellt werden, wo der Untergrund eben und tragfähig ist. Befestigt sollte der Boden zwar sein, es ist jedoch nicht unbedingt eine komplette Betonfläche nötig. Sinn macht es, die Anschlüsse vor der Ankunft des Mobilheims passend vorzubereiten.

Damit Sie gleich loswohnen können, wenn das neue Ferienhaus oder der Rückzugsort bei Ihnen angekommen ist, benötigen Sie schließlich Wasser, Strom und einen Anschluss an die Kanalisation. Wollen Sie in einem sogenannten Außengebiet ein Mobilheim aufstellen, kann eine Sickergrube oder Kleinkläranlage notwendig sein. Im Außenbereich, also außerhalb von Ortschaften, gibt es oft keine Verbindung zur Kanalisation. Eine Verlegung von Abwasserleitungen würde wegen der Entfernung zum Klärwerk für die Gemeinden nicht lohnen. In einigen Gemeinden kann eine vereinfachte Baugenehmigung notwendig sein. Zumindest sollten Sie sich vor der Aufstellung des Mobilhauses über die genauen Bedingungen am Aufstellort informieren.